Saturday, January 7, 2012

DREI HASELNÜSSE FÜR ASCHENBRÖDEL (Tschechoslowakei/Deutschland, 1973)



- "Wollen Sie mir nicht endlich verraten wer Sie sind?"
- "Warum wollen Sie das wissen?"
- "Weil ich mir soeben meine Braut ausgesucht habe und nicht weiß, wer sie ist."
- "Und was haben Sie dabei vergessen?"
- "Was denn?"
- "Die Braut zu fragen, ob sie auch möchte."



Ein kleiner Schock war's für mich schon, angesichts der jüngst restaurierten DVD-Fassung, zu erleben, was da von den öffentlich rechtlichen TV-Anstalten alljährlich für ein häßliches Stück Zelluloid in ein aschebeschmutztes 4:3 Gewand gequetscht, und durch die deutschen Weihnachtszimmer geknechtet wird. Das ist ja ein richtiger Film! So mit Cinematographie, und anamorph, und so!
Bozena Nemcova hat der Grimm'schen Vorlage einen netten feministischen Twist verpasst: Dieses Aschenputtel ist kein Heimchen am Herd, sondern ihres eigenen Glückes Schmied: Sie hat eine freches Mundwerk, reitet wie ein Junge und schießt sich ihren Prinzen selbst. Toller Soundtrack, enthusiastische Schauspieler, atmosphärisches Setting (Winterlandschaft), ein feiner Humor - wahrscheinlich die schönste Märchenverfilmung, die's je gegeben hat. Da wird's mir gleich viel wärmer um den Stein in der Brust.

© Alex

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