Tuesday, August 7, 2012

KEINOHRHASEN (Deutschland, 2007)




Sechs Millionen Zuschauer in Deutschland, und ich war tatsächlich so naiv, hier was geringfügig Größeres zu erwarten als BULLYPARADE: RELOADED mit ein bißchen Öffentlich Rechtlichem Herz/Schmerz: häßliches, ungeschicktes Entlein (wegen der Brille, weißte?) trifft auf ehemaligen Schulkameraden, der sie in Kindertagen gemobt und gefoppt hat, und muß jetzt dieselben Demütigungen weiter über sich ergehen lassen, und zwar solange, bis sich sich - Tadaaa - in ihn verliebt. Liebe Frauen, ist das wirklich so? Daß ihr auf Bad Boys steht, wissen wir. Aber hat der Bad Boy in KEINOHRHASEN überhaupt Charisma? Ist der nicht einfach nur 'nen Arschloch (das am Ende ziemlich plötzlich einknickt)? Oder gehört ihr gar zu den sechs Millionen Mädchen, die nie eine Zahnspange tragen mußten, und der Humor deshalb genau euren Nerv trifft? Bin ich spießig, wenn ich die Prämisse für reichlich mean-spirited halte?
Einige gelungene Szenen (Armin Rohde als koksender "Bello der Zauberbär", Jürgen Vogels Selbst-Vertrashung, sowie der titelgebende Keinohrhase) machen leider keinen guten Film; dafür braucht man eine durchgehende Handlung, und nicht einfach eine Sketchparade der Marke: "Hey, ich hab' da gerade so voll den lustigen Witz gehört; überleg mal, wie wir den noch irgendwie ins Skript gebastelt bekommen." Richtig nervig (und peinlich) wird's, wenn KEINOHRHASEN dick auf Authentizität macht und die Schöneberger unter ihrem richtigen Namen über den roten Teppich spazieren lässt. Der Rest der Riege hat genau zwei Funktionen zu erfüllen: sich entweder lächerlich zu machen, oder Til Schweiger die Gags zuzuspielen.
Puh, ziemlich starker Tobak für einen frischgebackenen Nora Tschirner-Fan ... aber mir bleibt ja noch IJON TICHY ...

© Alex

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