Tuesday, February 28, 2012

INSIDIOUS (USA/Kanada, 2010)



- "This is the first line of a joke, right? A guy comes home to find his wife with a priest."


Sieh an, James Wan beherrscht auch die leisen Töne - allerdings nur während der ersten 30 Minuten und auch nicht auf der Sound-Spur: da ächzt, knarrt, jault und scheppert es mit 95 Dezibel, dabei sind visuelle Schocks größtenteils klug platziert und würden auch ohne akustischen Cue triggern. Es kommt wie es kommen muß: Wan begeht den Kardinalfehler, dem Schrecken zuviel Gesicht und Physis zu geben, ohne dabei die goldene POLTERGEIST-Regel zu beherzigen: hast du in einem Mystery-Shocker einmal gewisse Grenzen überschritten, reißt du irgendwann nix mehr mit Ziellos In Der Dunkelheit Rumtappsen und Gaaaanz Langsam Türen Aufmachen - stattdessen heißt es Nägel mit Köpfen zu machen: das SFX-Feuerwerk muß brennen, brennen, brennen, darf bis zum Abspann nicht ausgehen. Aber INSIDIOUS mag sich nie entscheiden, ob er nun SILENT HILL, THE FRIGHTENERS oder JU-ON sein möchte. Und ist am Ende gar nix. Nur eine Geisterbahn auf 'ner Kinderkirmes, der keine einheitliche Mythologie mehr zugrunde liegt. Hauptsache es hat Krallen und knallige Schminke im Gesicht.

© Alex

DAS MANIFEST SUCHT AUTOREN!


  • [...] Du interessierst Dich für aktuelle Blockbuster? Oder für Programmkino-Hits? Oder gar für beides?
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Sunday, February 26, 2012

SECRETARY (USA, 2002)



- "It's your behavior."
- "What about my behavior?"
- "It's very bad."



Maggie Gyllenhaal bekommt den Popo versohlt und kriegt dafür den Oscar ... nein, natürlich nicht von der spießigen Academy, sondern von mir. Und jedem anderen, der erkannt hat, daß SECRETARY in Sachen Romantik und ehrlichen Gefühlen jeder Schmonzette mit Hugh Grant und/oder Meg Ryan eine Spanking-Kur verabreicht. Ohne Höschen. Dafür muß man sich natürlich erstmal an die schockierende Vorstellung gewöhnen, daß Sex durchaus mehr sein kann als Poppen und anschließend Duschen. Und in SECRETARY geht's mitnichten ums Beherrschen und Demütigen, sondern lediglich um ein bißchen mehr Spaß bei der Arbeit; darum, aus eingefahrenen Alltags-Gewohnheiten wieder ein Abenteuer zu machen. Jawohl. Sowohl James Spader als auch die Gyllenhaal (eine Wucht, die Frau, hab' immer noch keine Spucke) legen eine absolut bewunderswerte und differenzierte Performance hin, lassen sich tief in die Seele gucken, ohne dabei tiefer in die Drama-Falle zu tappen als notwendig; schließlich geht's hier nur um ein bißchen S&M, kein Grund deswegen gleich die Fassung zu verlieren ...

© Alex

CONAN THE BARBARIAN (USA, 2011)



- "I live, I love, I slay ... I am content."


Willkommen in einer Welt, in der Männer noch Achselbehaarung haben dürfen, Zweihänder einhändig geführt werden, und Damsel in Distress als verfassungsgemäße Berufsgruppe für Frauen durchgeht. Der '82er CONAN geht von dem Remake nicht kaputt, dem gehört ein ganz eigener Thron im Hack&Slay-Olymp, ist archetypischer, hat all die inhaltliche Essenz eines Aphorismus inne. Ob Marcus Nispels CONAN ähnlich unbeschadet die Zeiten überdauert, ist zweifelhaft, dennoch hat er zweifelsohne den besseren Film gedreht. Die Welt in sich ist stimmig, das Gemetzel wurde wuchtig und kreativ choreographiert, Blut strömt in Gallonen; kein SKYRIM, aber immer noch ein guter DIABLO-Klon. Okay, Hauptdarsteller Jason Momoa ist im Vergleich zu Arnold Schwarzenegger eine echte Labertasche, weil aber nahezu jedes Wort aus seinem Mund Baustein eines markigen One-Liners ist, ein durchaus verschmerzbarer Defekt. Die notwendige Physis und Präsenz bringt er jedenfalls mit, und trägt sogar dort einen Six-Pack zur Schau, wo anderen nur eine weitere Arschbacke wächst. Now bring on the RED SONJA!

© Alex

I AM NUMBER FOUR (USA, 2011)



- "Red Bull's for pussies."


So sieht das also aus, wenn Michael Bay die TWILIGHT-Saga verfilmt ... nach einem ungeschickten Beginn, der einen als Nichtkenner der Buch(?)-Vorlage ins kalte Wasser einer weithergeholten Mythologie schubst, bremst Regisseur Caruso erstmal ab und lässt seinen Charakteren viel Zeit, sich im sonnig-soapig-sympathischen Highschool-Setting kennenzulernen und zu beschnuppern; mobbende Football-Bullies und X-FILES-Nerds inklusive - so kennt man das und so muß das sein. Das tut dem Film gut, wenn nämlich nach einer Stunde die Büchse der Pandora geöffnet wird, bleibt dafür keine Zeit mehr und der knallige Astro-Hokuspokus überspannt für meinen Geschmack den Bogen ins Fantasy-Genre schon gewaltig. Im Grunde aber nix anderes als ein weiter X-MEN-Verschnitt, nur ohne den Hype, und die rasante Action entschädigt für den ein- oder anderen Schwachpunkt. Einen zweiten Teil würde ich mir sogar angucken.

© Alex

Saturday, February 25, 2012

HOKUSAI MANGA (Japan, 1981)



- "Thirty-six views of Mount Fuji ... they aren't much. Only a few of them are acceptable. Which one do I like best? Decide for yourself. To tell the truth, I think of Mount Fuji as myself: I sit magnificently and look down upon people's lives."


Stellenweise interessantes, aber im großen Ganzen mißlungenes Biopic über den Holzschnitt-Künstler Katsushika Hokusai. Kunstwissenschaftler und andere Perverse wissen, daß Hokusai mit seinem "Traum der Fischersfrau" den ersten historisch verbürgten Tentakel-Hentai geschaffen hat - rund 200 Jahre vor UROTSUKIDOJI. Das Hauptproblem mit EDO PORN (so der internationale Titel) ist, daß der Film keinen klaren Fokus besitzt: zu Beginn des Films ist Hokusai bereits in den 30ern, und hält sich sich mit mehr schlecht als recht verkaufenden Bildern von schönen Frauen über Wasser. Das Skript klappert ein paar zufällige Eckdaten seiner Biographie ab, von einer Szene zur anderen ist er auf einmal der gefeierte Straßenkünstler, der unter tosendem Beifall Sperlinge auf Reiskörner zeichnet, dann ein weiterer Schnitt, der Meister ist jetzt 90 - aber statt gealtertete Charaktere passend zu besetzen, verlässt man sich auf schlechte Perücken und albernes Make-Up; dafür gibt's dann auch keinen Applaus mehr.
Höhepunkt soll wohl die Szene sein, in der Hokusai den berühmt-berüchtigten Liebesreigen der Fischersfrau mit dem Oktopus zu Papier bringt; Regisseur Kaneto Shindo unterlegt den Schaffensprozess mit einer visionären Traum-Sequenz, welche allerdings unerotischer und dilletantischer nicht hätte umgesetzt werden können. "Schuster, bleib' bei deinen Leisten", kann man da nur sagen; schließlich wird ONIBABA nicht umsonst als Meisterwerk gefeiert.
Am Ende hat man dann nicht viel über den Menschen Katsushika Hokusai gelernt, außer daß er anscheinend ein dauergeiler Lustgreis war, der sein Mojo auch schonmal bei seiner Tochter aufgeladen hat. Da muß mehr drinnen sein; nicht auszudenken, was ein Visionär wie Nobohiko Obayashi aus dem Stoff herausgeholt hätte ...

© Alex

Wednesday, February 22, 2012

LOVE OBJECT (USA, 2003)




Eine Dreiecks-Beziehung zwischen dem schüchternen Sozialphobiker Kenneth (Desmond Harrington), einer Sexpuppe und dem netten Mädchen von nebenan. Die Sexpuppe entwickelt ein gefährliches Eigenleben, treibt ihren Besitzer in immer extremere Formen der Isolation und letztendlich zu extremem Taten. Verstörender Thriller, der hier und da die Grenze zwischen Spannung und tatsächlich physisch wahrnehmbarem Unbehagen zugunsten letzterer Empfindung überschreitet. LOVE OBJECT würde gut im Double Feature mit Lucky McKees MAY wirken, wobei jener noch wesentlich vielschichtiger daherkommt, den Verfall in den Wahnsinn greifbarer macht, und auf seiner Reise ins Unvermeidliche ein paar interessante Umwege beschreitet. Andererseits sagt man nicht umsonst, Männer wären einfacher gestrickt - vielleicht trifft dies ja auch auf psychische Erkrankungen zu ...? Jedenfalls lässt einen LOVE OBJECT nicht kalt (wer nur Spielberg guckt, für den mag's etwas zuviel des Abgrundes sein, in den man hier blickt), und bietet obendrein einige sehr gute und furchtlose schauspielerische Leistungen ... Nein, nicht Udo Kier; der muß nicht gut sein. Der muß einfach nur Udo Kier sein.

© Alex

Sunday, February 19, 2012

HUGO CABRET (USA, 2011)




Anscheinend geht in Hollywood nach wie vor das schlechte Gewissen um, damals TAXI DRIVER die verdiente Auszeichnung vorenthalten zu haben; anders kann ich mir nicht erklären, daß jetzt einfach mal so elf Nominierungen für den Film rausgehauen werden, der am lautesten "Hier bin ich!" ruft ...
Weniger partikuläre Liebeserklärung ans Kino, denn allgemein wehmütige Rückbesinnung auf entschleunigte Zeiten, als man noch Bücher anstatt Facebook-Statusmeldungen gelesen hat. Emotional leerer, dafür auf visueller Ebene exquisit angerührter Augenzucker, der insbesondere in den Nebenrollen glänzt (Cohen, Moretz); dafür Hauptdarsteller Asa Butterfield mehr als ein Mal heillos überfordert in seiner Rolle. Ansonsten ist HUGO CABRET von vorne bis hinten durchkalkuliertes Gefall-Kino für zahnlose Jury-Zombies des Oscar-Komitees: für jeden was dabei, jeder Button in jeder Kategorie wird mindestens einmal gedrückt. Thank you, here's my vote.
Einerseits macht HUGO CABRET viel Worte drum, wie herzlich und phantasievoll er sei, läuft in seinem hausiererischem Bestreben allerdings so berechnet ab wie ein Uhrwerk und treibt sich so die eigene Seele aus. Anstatt Bilder einfach wirken zu lassen, schmiert das Skript mit zwei Zentimeter Butter Dialoge drüber, die akribisch erläutern, was sich der Künstler bei diesem oder jenem Bild gedacht hat, und was dabei man als Zuschauer gefälligst zu empfinden habe. Und das ist kein Kino, das ist Multiplex-Kitsch; großes Thema, restlos breit getreten bis sich niemand mehr dran stoßen kann. Passt aber irgendwie gut zur einfältigen Linie, welche Scorsese mit SHUTTER ISLAND eingeschlagen hat.

© Alex

Saturday, February 18, 2012

SUPER (USA, 2010)



- "Face the Wrath of the Crimson Bolt!"


Was ist die Steigerung von KICK-ASS? Ein Tritt in die Eier! James Gunn, der seine Troma-Wurzeln nach wie vor nicht verbergen kann/mag, hat zugleich den erwachseneren (und besseren) Film über dieselbe Thematik gedreht. Urkomisch, provokant, tr-o-matisch eben: was wäre, wenn im realen Leben jemand sich entschließen täte, ins Kostüm eines Superhelden zu schlüpfen um überall dort einmal aufzuräumen, wo Politik und Ordnungshüter versagen, bzw. die Hände gebunden sind? Baustellen gäbe es schließlich genug ... wo ist die Grenze zwischen Heldentum und psychopathischem Vigilantismus? Dank hochkarätigem Cast (Ellen Page, Kevin Bacon, Liv Tyler) und einem Drehbuch, welches gesellschaftlich geduldete, mediale Verblödungs-Taktiken des öffentlichen Lebens nicht nur aufzeigt sondern genüßlich seziert, ist die respektlose Anarcho-Posse letztendlich mehr als nur eine Aneinanderreihung von moralisch fragwürdigen Geschmacklosigkeiten. Wo andere Filme einfach nur die verantwortungslose Haha-Keule niedersausen lassen, irritiert Gunn mit bitteren Momenten, die seinem Antihelden Profil und Tiefe verleihen; For the record: KICK-ASS mochte ich auch, aber nur SUPER empfehle ich guten Gewissens weiter!
P.S.: Aufruf an alle FIREFLY-Fans: Ausschau halten nach Nathan Fillion in einer, im wahrsten Sinne des Wortes, göttlichen Nebenrolle!

© Alex

Wednesday, February 15, 2012

UNDERWORLD: AWAKENING (USA, 2012)



- "Jay Wilson is game director for Diablo III and the Inventor of Meat. He believes that Kate Beckinsale is the greatest actress that’s ever lived."


Von Kate Beckinsale habe ich bislang nicht viel gesehen, anhand UNDERWORLD mag ich ihre schauspielerischen Fähigkeiten jedenfalls nicht beurteilen, ich bin aber auch nicht Game Director bei Blizzard Entertainment. Zu den ansehnlichsten Menschen, die jemals gelebt haben, gehört sie aber mit Sicherheit; dieser Blick aus tausendfach gefaltetem Stahl hat durchaus hypnotische Qualitäten. Im vierten Teil ist sie wieder als Vampir-Assassinin Selene unterwegs und mäht Lykaner mit beidhändig geführten Berettas (für Autofeuer modifiziert) über den Haufen. Der Latex-Catsuit liegt ihr dabei so eng und schwarz am Leib wie eh und je.
Der konsequente Blaustich der düsteren Bilder drückt bleiern auf Gemüt und Augenlider. Keine gute Wahl für eine 23:00 Vorstellung, bin aber stets rechtzeitig zur Action aufgewacht, die das Herzstück des Films darstellt, und sich sehen lassen kann: die hat Druck, ist rasch auf 100 ohne sogleich wieder abzubremsen, stellt ruhige Einstellungen über Staccato-Schnitt, Headshots sind zahlreich und in-your-face (3-D-Effekt quasi nicht existent; und, ja, ich hatte meine Brille auf). Wenn er laut wird, ist AWAKENING toll und bietet einiges fürs Auge, in den leisen Szenen war er mir zumindest egal. Das ist ein großer Schritt nach vorne gegenüber dem Erstling (den zweiten und dritten kenne ich nicht).
Für einen schlüssigen Epilog reichte die Druckertinte nicht (oder der Praktikant hat Kaffee über die letzten Drehbuchseiten gekippt), der obligatorische Voice Over über den End Credits wurde mit der Paul W. S. Anderson-Phrasen-Dreschmaschine generiert (Bla bla we will continue fighting bla bla). Fortsetzung folgt. Hätte aber schlimmer kommen können. Viel schlimmer. Zum Fan werde ich trotzdem nicht - was anspruchsloses Horror-Action-Fast-Food angeht, schlägt mein Herz weiterhin für RESIDENT EVIL (das ist ein bißchen wie mit der Beatles- oder Elvis-Frage: you can't be both, you must make a choice). Im fünften Teil anscheinend auch endlich wieder mit rotem Kleid. Yay.

© Alex

Monday, February 13, 2012

THE TRACEY FRAGMENTS (Kanada, 2007)



- "My name is Tracey Berkowitz. Fifteen. Just a normal girl who hates herself."


Emotional war ich bereits eingestellt auf ein prätentiöses Drama über eine sozial vernachlässigte Emo-Göre, die von allen gehasst wird. Umso größer die Überraschung, als mir Tracey Berkowitz a.k.a. Ellen Page tatsächlich etwas zu erzählen hatte; zum Beispiel was aus ihrem 9-jährigen Bruder Sonny geworden ist, den sie in einen Hund verwandelt hat und jetzt spurlos verschwunden ist. Ziellos irrt Tracey durch eine kalte, authentische Großstadtwüste, auf der Suche nach Sonny, sich selbst, und vielleicht einem Fünkchen menschlicher Wärme ... interessant ist die formale Umsetzung geraten: wieder und wieder wird das Bild in Einzelteile zerfetzt, in Split-Screens unterteilt, Vorder- und Hintergrund vermengen und fügen sich wieder zusammen, dazwischen immer wieder metaphorische Bild-Elemente, die Traceys Borderline-Persönlichkeit visualisieren. Oft anstrengend, dabei mehr als nur Spielerei; der experimentelle Stil rechtfertigt sich durch den Titel: die Handlung springt in den Zeiten, zwischen Schauplätzen, in Traceys Unterbewußtsein und wieder hinaus in die graue Realität. Ein Coming of Age-Puzzle mit 1000 Teilen.

© Alex

Wednesday, February 8, 2012

RED RIDING HOOD: UNTER DEM WOLFSMOND (USA/Kanada, 2011)




Im Grunde ziemlich frech auf die Bedürfnisse der TWILIGHT-Generation zurechtgeschneiderte Gothic-Mär mit gerade soviel verbotener Uiuiui-Sex-vor-der-Ehe-Anarchie, wie man 14-jährigen zumuten kann ohne deren keusche Erziehung zu unterwandern, aber auch als Normalsterblicher darf man sich hier mal von der malerischen Schwarzwald-Schneekugel-Kulisse und den großen, schönen Augen der Seyfried einlullen lassen. Mir fällt grad nix Zynisches ein. Fand den irgendwie süß.

© Alex

ROMY AND MICHELE'S HIGH SCHOOL REUNION (USA, 1997)



- "I've been killing myself for eight days and I gained a pound."
- "That's impossible. Did you deduct sixteen pounds for your shoes?"



Nicht halb so dumm wie er tut: ROMY AND MICHELE'S HIGH SCHOOL REUNION ist sogar 'ne ziemlich smarte, spritzig geschriebene Life-Style-Comedy über zwei unterbelichtete, dabei durch und durch liebenswerte Valley-Girls (Sorvino und Kudrow in maßgeschneideterten Rollen), die auf der Highschool-Reunion ihre ehemaligen Klassenkameraden beeindrucken wollen und sich mit Behauptung, sie hätten die Post-Its erfunden, auf gefährliches Glatteis begeben. Mindestens einmal führt einen das Skript an der Nase herum, Klischees werden nicht entschärft, sondern konsequent getriggert und dann so überhöht ausgespielt, daß man schon von Satire sprechen darf; einer ausgesprochen gelungenen: bissig, charmant und mindestens so blond wie Paris Hilton.

© Alex

Sunday, February 5, 2012

THE LORD OF THE RINGS (Neuseeland/USA, 2001-'03)




Alle Jahre wieder, um die kalte Jahreszeit herum, ist für mich und meine Freunde HERR DER RINGE-Zeit: da wird mit einem Beamer 12 Stunden lang auf einer großen Leinwand ein Portal nach Mittelerde geöffnet. Wer einmal alle drei Teile back-to-back in der erweiterten Fassung gesehen hat, empfindet auch den oft kritisierten 20 Minuten Epilog nicht länger als obsolet oder lang; eigentlich genau im richtigen Verhältnis, und wenn man soviel Zeit mit den Charakteren verbracht hat, will man ja irgendwie auch wissen, was jeder so tut, während der Abspann läuft. Nicht?
Warum funktioniert das hier so gut? Weil Peter Jackson sich Zeit gelassen hat, die Welt lebendig wirken zu lassen, weil Mittelerde als Ort in sich stimmig ist und trotz Trollen und "Orksen" nachvollziehbaren Gesetzen und Regeln folgt; Magie ist nicht einfach ein bequemes Deus ex Machina-Konzept, welches zu jeder Zeit jedweder sich aus dem Arsch zu ziehen vermag um der Story eine launige Wendung zu verschaffen. Mehr als einmal wächst gar die Verfilmung über die geschriebene Vorlage hinaus, wenn das Drehbuch Nebencharakteren weitaus mehr Profil verleiht und innere Zerrissenheit beschert, so gewissen Entscheidungen und Handlungen Einzelner größere Bedeutung im Gesamtbild zukommt. Der ganze Rest - Bilder, Musik, Emotionen, etc. - ist schlichtweg zu groß um das Erlebnis mit schnöden Worten festzuhalten. Ein Meisterwerk. Das authentischste und mitreißendste aller Fantasy-Epen.

© Alex

Thursday, February 2, 2012

ELVIRA: MISTRESS OF THE DARK (USA, 1988)



- "Hey, nice jacket. Who shot the couch?"


Cassandra Peterson ("the girl with the enormous ... ratings") nimmt in dieser überkandidelten Meta-Groteske ihr Image als TV-Horror-Hostesse gehörig auf die Schippe. Nachdem sie vom Sender gefeuert wird, geht's ab nach Las Vegas, wo sie ihre eigene Show aufziehen will, vorher macht der sexy Vamp jedoch einen Zwischenstop in Fallwell, ein stock-konservatives Nest in New England, wo das Testament ihrer Großtante verlesen wird. Dort lässt Elvira die prüde Fassade bröckeln, verdirbt en passant die Jugend und bläst etwas Rock'n Roll in die steifen Ärsche der fundamentalistischen Stadt-Elite.
Das Skript besteht quasi ausschließlich aus One-Linern, der vulgäre Charme von Cassandra Peterson sorgt für funktionellen Zusammenhalt. Soviel geballter Sexismus aus dem Mund einer Frau - ist das etwa schon wieder feministisch? So oder so: großer Spaß für Cassandra Peterson-Fans, solche, die es werden wollen, und alle anderen, die bereits vom Roger Corman-Kuchen genascht haben und einen guten schlechten Film zu schätzen wissen.

© Alex

Wednesday, February 1, 2012

THE REPTILE (Großbritannien, 1966)




Hastig runtergekurbelter Routine-Grusel aus der Hammer-Schmiede ohne große Höhen (oder Tiefen); leider kein Vorschlaghammer - mehr so ein kleines Hämmerchen mit dem man sein Sparschwein kaputt haut, um sich von dem Kleingeld einen Film mit Dinosauriern und/oder Raquel Welch zu kaufen.

© Alex