Saturday, March 31, 2012

HAYWIRE (USA/Irland, 2011)



- "She called to tell me she was going to Barcelona."
- "What did she say?"
- "I'm going to Barcelona."



Minimalistisch inszenierte Agentenhatz, die einen nicht an der Hand nimmt und primär durch ein realistisches Ambiente fesselt. Angenehm gegen den Strich besetzt; die großen Namen stecken in den Nebenrollen, im Rampenlicht prügelt sich Mixed Martial Arts-Mieze Gina Carano. Carano ist All-Business, begeistert mit authentischer Physis, erledigt ihren Job pragmatisch und effizient, selbst im sexy Abendkleid ist sie nicht der Typ, der Männern den Kopf verdreht ... sie bricht ihnen gleich das Genick. Herr Soderbergh, würden Sie ab sofort bitte nur noch Actionfilme drehen?

© Alex

Wednesday, March 28, 2012

THE DARK CRYSTAL (USA/Großbritannien, 1982)



- "Wings? I don't have wings!"
- "Of course not. You're a boy."



Hier wurde mal wieder "phantasievoll" mit "beliebig" verwechselt: Jim Hensons DER DUNKLE KRISTALL vereinigt alle Eigenschaften, die mir im 80er und 90er Jahre Fantasy-Genre sauer aufstoßen, als da wären: eine inkonsequente Welt ohne Regeln, Dialoge, die nur aus Erklärungen bestehen, und wenn's die Situation gerade verlangt, zieht man sich halt mal eben einen magischen Effekt aus der Tasche. Als hätte es den HERRN DER RINGE nie gegeben. Schade um die wirklich liebevoll designten Puppen und Sets, die ich gerne in einer rumdum stimmigen, fesselnden Geschichte erlebt hätte. Das gelungene Ende wartet allerdings mit einer schlüssigen Rechtfertigung für den bis dahin arg eingleisig wirkenden Gut/Böse-Konflikt auf. Deswegen kein kompletter Reinfall.

© Alex

Wednesday, March 21, 2012

SHE (Großbritannien, 1965)



- "Will you tell me something? This women Ayesha, why do you all do her bidding without question?"
- "It has always been so."
- "Yes, but why? She's only a woman and alone. You are men and many."
- "And like all men we are born, live a span and we die. But she has been here forever. She is like the mountains, like the desert. Changeless, ageless, deathless."



Und ewig lockt das Weib, Folge 734 ... mutig zusammengewürfelter Abenteuer-Quatsch aus den Hammer-Studios mit Star Besetzung (Peter Cushing, Christopher Lee).
Palästina 1918, drei abenteuerlustige Forscher verschlägt es in die Wüste auf der Suche nach einer verschollenen Zivilisation. Einer von ihnen (John Richardson) hat bereits Bekanntschaft mit der ebenso kaukasischen wie despotischen Herrscherin gemacht, die hier aussieht wie Ursula Andress. Seit ihrer Begegnung wird er von Visionen der schönen Ayesha (She Who Must Be Obeyed) heimgesucht; angeblich ist er ihr wiedergeborerener Liebhaber, und hat er einmal ihr geheimes Reich in den Moon Mountains gefunden, soll ihm alles gehören: Gold, Untertanen und ein warmes Plätzchen an Ursulas bebendem Busen. Der Film ist ein Kind seiner Zeit, Themen weiblicher Erstarkung sind höchstens im Ansatz erkennbar, sobald die Andress nämlich wieder in Richardsons Armen liegt, hat sie ihr emanzipiertes Mäntelchen schneller abgestreift, als Sean Connery "Ride me, Honey" sagen kann. Überraschenderweise kristallisiert sich aus dem ulkigen Mischmasch aus afrikanischer Folklore, ägyptischer Innenarchitektur, Römer-Kostümen und aztekischen Opferritualen dann doch noch eine stimmige Mythologie hinaus, die einen bis zum dramatischen Finale in Bann schlägt.

© Alex

Tuesday, March 20, 2012

TERMINATOR 2: JUDGMENT DAY (USA/Frankreich, 1991)



- "I need a vacation!"


Nach zwei weiteren Fortsetzungen ist für Camerons JUDGMENT DAY längst der Tag des jüngsten Gerichts angebrochen ... und die Antwort auf die Frage, wie heil diese Badass-Mutter aller Actionfilme nun die Jahre überstanden hat, kennt man: TERMINATOR 2 ist verdammt gut gealtert (wenn man überhaupt von Alter sprechen darf): Thank you, here's your Ticket to Heaven.
Der Hollywood-Touch ist sehr präsent in diesem multimillionen-schweren Nachfolger eines ruppigen Indie-Reißers, zur Bitch macht sich Cameron dennoch nicht - nicht weniger als Showdown auf Showdown liefern sich Schwarzenegger und sein Gegenspieler (agiert und terminiert auf Augenhöhe) Robert Patrick: Shootouts, Crashs, knallige Effekte, Hardcore-Action, die nicht mit der Kameralinse zwinkert, und dann, 45 Minuten vor Schluß, macht Cameron noch ein weiteres Faß auf, welches schier nicht leer laufen will. Hier und da bremst er etwas ab und gönnt seinen Charakteren stereotype existenzialistische Fragen: Warum weinen Menschen? Sind wir es wert gerettet zu werden? Wirklich zufriedenstellende Antworten weiß das Skript darauf auch nicht, trotzdem sind diese Momente wichtig, erinnern sie uns doch beständig daran, daß wir immer noch dem Kampf der Menschen beiwohnen, und nicht dem der Maschinen. Bei McGs SALVATION bin ich mir da nicht mehr so sicher ...

© Alex

Sunday, March 18, 2012

ST. TRINIANS 2: THE LEGEND OF FRITTON'S GOLD (Großbritannien, 2009)




Da hilft selbst die schlimmste Grippe nicht (die ich gerade durchstehe): was hier geboten wird, ist zuwenig. Selbst für RTL-2 und Nachmittag und so. "Girl Power", "Alle Macht den Mädels", okay, legitimes Konzept, bin ich auch immer für zu haben, aber dahinter darf sich ruhig mal ein bißchen Biss und Anarchie verstecken, anstatt den Comedy-Faktor auf überzogenen Slapstick und Rupert Everett im Drag-Queen-Outfit zu reduzieren. Dabei ist die nach NATIONAL TREASURE-Vorbild gestrickte Schnitzeljagd durch London und Umgebung gar nicht mal so uninteressant. Abgesehen davon gehen ja solche Filme in der Synchronisation eh nie; streng genommen dürfte ich also gar nix drüber schreiben, aber ich kann grad nicht schlafen (und der Soundtrack war ganz okay).
Fazit: Mit zugeeiterten Nebenhöhlen leidlich sympathischer Spaß mit definitiv zuwenig Gemma Arterton. Wenn ich jemals wieder atmen kann, gebe ich mir den ersten. Im O-Ton.

© Alex

Friday, March 2, 2012

CAT RUN (USA, 2011)




[...]
CAT RUN ist zwar kein KISS KISS BANG BANG, aber immer noch ein gut geölter, cooler Katz-und-Maus-Reißer, dessen einziges (schweres) Verbrechen darin besteht, daß er weiß, daß er cool ist, und deswegen einmal zu oft wissend in die Kamera zwinkert. Damit können wir leben. [...]


© Alex