Thursday, October 25, 2012

LES HEROINES DU MAL: UNMORALISCHE ENGEL (Frankreich, 1979)




Drei ganz und gar unkeusche Geschichten, betörend schön vorgetragen von einer Koryphäe der kultivierten Unzucht, Walerian Borowczyk. In verschiedenen Zeitepochen, von der Renaissance bis hinein in die Neuzeit, werden wir Zeuge, wie schöne Frauen den Männern die Köpfe verdrehen und sie zu guter Letzt ins Verderben stürzen.
MARGHERITA: eine einfache Bäckerstochter als Muse des Malers Raphael. Hin- und hergerissen zwischen Poesie und infantilen Albereien gibt Borowczyk diversen Werken des Künstlers einen spekulativen historischen Kontext (und verliebt sich dabei ins Hinterteil von Marina Pierro). Die windige Dramaturgie lässt selten einen roten Faden durchscheinen, aber schön anzusehen ist das allemal, zumal in dieser Episode auch der Weichzeichner-Filter am häufigsten zum Einsatz kommt. Und wenn Gevatter Tod seine Sense schleift, tut er dies zu wohltemperierter barocker Kammermusik.
In schwindelerregende Höhen katapultiert uns die zweite Geschichte: Das Mädchen MARCELINE hegt eine - bleiben wir euphemistisch - recht spezielle Beziehung zu einem Kaninchen. Als diesem ein Leid angetan wird, knallen bei ihr die Sicherungen durch. Das grausame Drama steuert beständig auf Provokationskurs, verzichtet dabei jedoch nicht auf sardonischen Humor; der unmoralischste Engel von allen beschert uns zugleich den Höhepunkt.
MARIE, die junge Frau eines Kunsthändlers, gerät in die Fänge eines Kidnappers; 500 Millionen Franc soll ihr Ehemann berappen, sonst gehts ihr an den Kragen. Die letzte Elegie aus der Anthologie ist nur auf den ersten Blick belanglos, vor allem da das erotische Element aufgesetzt wirkt. Aber der Schein trügt: Am Abend vor der Lösegeldübergabe will der miese Typ ihr an die Wäsche, aber Maries treuer Dobermann ist bereits auf dem Weg zu ihr - ein Schelm, der Sodomie dabei denkt.

© Alex

Wednesday, October 3, 2012

RESIDENT EVIL: RETRIBUTION (Kanada/Deutschland, 2012)




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Die rechtzeitig zum Release eines jeden neuen RESIDENT EVIL-Films laut werdenden Vorwürfe der Zockergemeinde, Eichingers Kopfgeburt würde das heilige Konsolen-Franchise anal penetrieren, sind für Nichtkenner der Vorlage schwer nachvollziehbar, insbesondere da hier alles exakt so künstlich auschaut wie in einem Computerspiel, sich genauso ernst nimmt und darüber hinaus mit flüssigeren Animationen anbiedert: in jeder Testkammer lungert ein Zwischen-Endgegner vorm Ausgang, und am Ende wartet der große Boss. Vom Survival-Element der Spiele indes ist wenig übrig geblieben: Munition gibt es reichlich, und Angst muß man höchstens vor platten, bemühten One-Linern haben [...]


© Alex