Wednesday, February 1, 2017

A SERBIAN FILM (Serbien, 2010)




Pubertärer "Boah bin ich hart"-Quatsch, für Normalzuschauer quasi unanguckbar: per Strichliste alle Widerwärtigkeiten zum Thema Snuff-Porn in einen Topf geschüttet und einen zweitklassigen "Twist", der nach der zehnten Minute absehbar ist, hintendran geklatscht, und dessen Big Reveal-Inszenierung an Peinlichkeit nicht zu überbieten ist - fertig ist der nach Aufmerksamkeit geifernde Gemütserreger. Für alle Beteiligten eine ziemliche Fremdscham-Nummer - hätte einer meiner Bekannten diesen Film produziert (oder gar gedreht), würde ich ihm/ihr die Freundschaft kündigen.
Für echte Kontroverse muß ein Film eine Idee liefern, welche die Handlung transzendiert und mich über das Gezeigte reflektieren lässt, mein moralisches Empfinden in eine Sackgasse drängt, so geschehen in MARTYRS, DEVIL'S REJECTS, EDEN LAKE oder INSIDE - dafür ist A SERBIAN FILM zu oberflächlich und schludrig geschrieben, suhlt sich in pornographischer Übertreibung, wüsten Behauptungen und unglaubwürdigen Wendungen - wie egal den Machern ihre eigenen Charaktere sind, merkt man in den Dialogen: da geht's ausschließlich ums Wichsen oder Ficken; stattdessen Imaginationen übers soziales Umfeld, ein empathischer Appell, oder dem Zuschauer ein Gespür für gelebte Werte zu vermitteln, das bleibt A SERBIAN FILM uns schuldig. Provokation, die nicht provoziert - wie ein 9-jähriges Arschlochkind, daß mich "Fotze" nennt, vors Schienbein tritt, und sich dann aus Trotz einpinkelt - da halte ich auch nicht an und fange an zu argumentieren, ich gehe einfach weiter und bemitleide die Eltern.
Hat mich der Film verstört und abgestoßen? Ja. Hat er mich aufgerüttelt oder bewegt? Nein. Hat er mich gelangweilt? Auch.

© Alex

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