Wednesday, February 1, 2017

THE SEASONING HOUSE (Großbritannien, 2012)




THE SEASONING HOUSE macht es einem nicht einfach, der pinkelt nämlich Drama-Queens wie Exploitation-Fans gleichermaßen ins Müsli. Für einen bloßen Unterhaltungs-Thriller wird das Setting zu desolat und schonungslos ausgeschlachtet, mit extra gritty Note, dank Balkan-Kriegs-Szenario. Verändern wird der Film nix, dafür ist er zu sehr Genre: rausgekommen ist ein Quasi-Exploitation-Suspense-Rache-Drama, das in der Darstellung von Zwangsprostitution durchweg an die Nieren geht, dann, im Vigilante-Part in bester "Zeig's-ihm!"-Manier die blubbernde Blutsuppe auftischt, und sich dann auch noch traut, im Finale eine Antiklimax aufzufahren (die ich in Aussage und Exekution aber ziemlich wirkungsvoll fand).
Warum das vielleicht doch irgendwie funktioniert? Rosie Day ist ein zierliches Mädchen, der man ihren erbitterten Überlebenskampf zu jeder Sekunde abnimmt, weil sie eben nicht unvermittelt zum Super-Girl mutiert, sondern jedwede physische Herausforderung innerhalb ihrer körperlichen Grenzen mit den ihr von Gott gegebenen Mitteln nachvollziehbar meistert. Mitreißend in Szene gesetzt, auch gut gefilmt und gespielt.

© Alex

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